Was ist Mediation ?


In den USA seit vielen Jahren üblich und nicht mehr wegzudenken, in Deutschland noch weitgehend unbekannt: Mediation. Was ist das? Mediation ist ein außergerichtliches Verfahren, bei der sich Parteien um die gütliche Beilegung eines Konflikts bemühen. Es ist ein freiwilliges, offenes und faires Verfahren, bei dem der neutrale Mediator vermittelt und im Idealfall die Parteien für sich eine Antwort finden, die für beide Seiten eine interessengerechte Lösung darstellt.

Der Mediator entscheidet den Konflikt nicht, sondern unterstützt als neutraler Vermittler die Parteien, selbst eine Lösung zu finden. Der Mediator (Verfahrensleiter, Vermittler) hilft den Parteien, die strittigen Themen und Streitpunkte zu finden und ist verantwortlich für die Kommunikation und den Ausgleich zwischen den Parteien im Rahmen eines unbürokratischen, flexiblen Verfahrens.

Ziel ist es, eine für beide Seiten verbindliche und durchsetzbare Vereinbarung zu finden, die die Interessen beider Parteien widerspiegelt. Hierdurch soll auch eine Regelung für die Zukunft gefunden werden, bei der alle Seiten gewinnen können.

Vorteile eines Mediationsverfahrens sind z.B. die Vermeidung eines langwierigen Rechtsstreits über mehrere Instanzen und die Reduzierung von (Rechtsverfolgungs-) Kosten. Kein Richter entscheidet. Das Verfahren ist vertraulich. Eine nachhaltige Lösung zur Zufriedenheit beider Parteien kann persönliche und geschäftliche Beziehungen wiederherstellen. Im Rahmen eines Mediationsverfahrens können mehr Lösungen erreicht werden als in einem Gerichtsverfahren auf der Tagesordnung stehen.

Ein Mediationsverfahren ist auch dann sinnvoll, wenn die Auseinandersetzungen sehr komplex und verworren sind, wenn schnell eine Lösung gefunden werden soll, weil sonst einfach nichts mehr geht.

Eine Mediation eignet sich sowohl im Wirtschafts- und Unternehmensbereich, aber auch in privaten Dingen. Typische Bereiche sind Konflikte zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, zwischen Geschäftspartnern, Probleme mit Ämtern sowie Banken. Im Privatbereich im Ehe- und Familienbereich, bei Erbauseinandersetzungen, zwischen Mieter und Vermieter oder Wohnungseigentümern.

Als Mediator kommen z.B. Rechtsanwälte, Soziologen und Psychologen in Frage. Die Bezahlung des Mediators erfolgt oft auf Stundenbasis. Ob eine Partei mit einem Anwalt erscheint, bleibt ihr überlassen. Mediationsverfahren haben hohe Erfolgschancen (80-90 %). Ein mediationserfahrener Anwalt kann auch sonst für den Mandanten bei schwierigen Gesprächen mit Banken, Versicherungen und Unternehmen hilfreich sein.

Erschienen im Elbe Wochenblatt am 22.04.2009